Gebürhen

Wasser und Abwasser werden teurer

Hintergrund der Gebührenanpassung sind vor allem deutlich gestiegene Kosten in der Wasserver- und Abwasserentsorgung. Ein wesentlicher Faktor ist die höhere Umlage des Abwasserzweckverbands Mittlerer Itzgrund. Dieser hat in den vergangenen Jahren umfangreich in die Kläranlage investiert und auch den Ortsteil Wohlbach, Schafhof und Hohenstein angeschlossen. Weiterhin wird ein neues Prozessleitsystem installiert, welches die Anlagen überwacht und auch steuert. Die damit verbundenen Kosten wirken sich entsprechend auf die Mitgliedsgemeinden und damit auch auf die Gebühren in Ahorn aus.

 Auch beim Wasserbezug haben sich die Kosten erhöht. Die Bezugspreise für Fremdwasser von der FWO sind gestiegen. Hinzu kommen höhere Personalkosten, insbesondere aufgrund der Tarifsteigerungen im öffentlichen Dienst.

 Gleichzeitig muss die Gemeinde Ahorn selbst erheblich in die eigene Infrastruktur investieren. Dazu gehören unter anderem der Neubau einer Druckerhöhungsanlage in Witzmannsberg sowie eine Pumpenerneuerung in der Druckerhöhungsanlage Hohenstein, Standort Schafhof. Hinzu kommen ständig laufende Investitionen am Leitungsnetz, um z.B. Wasserverluste zu minimieren und einen Investitionsstau vorzubeugen. Diese Maßnahmen sind notwendig, um die Wasserversorgung und die Abwasserentsorgung dauerhaft leistungsfähig und zuverlässig zu halten.

 Gebühren sollen Kosten decken – nicht Gewinne erwirtschaften

Die Gemeinde kann die gestiegenen Kosten nicht dauerhaft aus allgemeinen Haushaltsmitteln auffangen. Nach den Vorgaben des Kommunalabgabengesetzes (Art. 8 KAG) sind die Gebühren für kostenrechnende Einrichtungen kostendeckend zu kalkulieren. Ziel ist dabei nicht, mit Wasser und Abwasser Gewinne zu erzielen, sondern die tatsächlich entstehenden Kosten über die entsprechenden Gebühren zu finanzieren.

„Uns ist bewusst, dass eine Gebührenerhöhung niemanden freut. Diese Entscheidung haben wir uns deshalb nicht leicht gemacht“, erklärt 1. Bürgermeister Martin Finzel. „Gleichzeitig haben wir als Gemeinde die Verantwortung, dafür zu sorgen, dass Wasser und Abwasser auch in Zukunft zuverlässig, sicher und auf einem hohen technischen Standard funktionieren.“

 Hubert Becker, der Leiter des Werksenates, verweist dabei insbesondere auf die laufenden Investitionen der Gemeindewerke: „Wir investieren derzeit gezielt in unsere Infrastruktur – unter anderem in den Neubau Druckerhöhungsanlage in Witzmannsberg sowie die Pumpenerneuerung Druckerhöhungsanlage Hohenstein, Standort Schafhof. Diese Investitionen sind notwendig, damit die Versorgung auch langfristig funktioniert. Gleichzeitig steigen die Kosten, auf die wir als Gemeindewerke nur wenig Einfluss haben: bei der Kläranlage, beim Fremdwasserbezug und bei den Personalkosten.“

 Die Gebührenanpassung sei daher unter den derzeitigen Rahmenbedingungen notwendig, so der Bürgermeister. „Wir können die Kosten nicht dauerhaft aus dem Gemeindehaushalt finanzieren und gleichzeitig unsere Infrastruktur zukunftsfähig halten. Die Anpassung sorgt dafür, dass die Wasser- und Abwasserversorgung in Ahorn und seinen Ortsteilen auch künftig verlässlich gewährleistet werden kann.“

Zum 1. Oktober 2026 verändern sich die Verbrauchsgebühren:

Gebühr

bisher

ab 1.10.2026

Veränderung

Wasser je m³

2,56 €

3,17 €

+0,61 €

Abwasser je m³

3,64 €

4,22 €

+0,58 €

Auch die Grundgebühren werden angepasst. Bei einem Wasserzähler mit einem Durchfluss von bis zu 4 m³ pro Stunde steigt die jährliche Grundgebühr beispielsweise

  • für Wasser von 96 € auf 144 €,
  • für Abwasser von 96 € auf 144 €.

Die weiteren Grundgebühren richten sich nach der jeweiligen Zählergröße und sind der neuen Satzung zu entnehmen.