Initiative Rodachtal stellt Weichen für Schienenlückenschluss

Einstimmig hat die Initiative Rodachtal als kommunale Allianz von elf Städten und Gemeinden in Südthüringen und im Coburger Land in ihrer Vorstandssitzung am 14.06.2021 zwei wichtige Beschlüsse gefasst:

1. Die Initiative Rodachtal sieht in einer ergebnisoffenen Untersuchung des Schienenlückenschlusses zwischen Coburg und Südthüringen viele Übereinstimmungen mit den Zielen der Initiative Rodachtal und stimmt daher der Thematik zu.

2. Die Initiative Rodachtal tritt gleichzeitig der Interessengemeinschaft Schienenlückenschluss zwischen Coburg und Südthüringen bei.

Die Verbesserung der Mobilität und somit der Schienenlückenschluss zwischen Coburg und Südthüringen beschäftigt seit vielen Jahren nicht nur die gesamte Region, sondern auch die Initiative Rodachtal mit ihren mehr als 50.000 Einwohnern. Die IHK zu Coburg, wie auch die IHK Südthüringen, haben der Diskussion in den letzten Monaten wieder „neues Leben“ eingehaucht. Mit dem nun erfolgten Beschluss der Initiative Rodachtal, die sich als Bindeglied zwischen Thüringen und Bayern versteht, finden beide Kammern nun einen weiteren, wichtigen Unterstützer.

Die beiden Vorsitzenden der Initiative Rodachtal Martin Finzel und Christine Bardin sind von der einstimmigen Entscheidung aller Kolleginnen und Kollegen des Vorstands nicht überrascht. „Das Thema selbst ist seit vielen Jahren präsent und wirkt länderübergreifend in viele Bereiche des täglichen Lebens hinein.“, so Christine Bardin, Vorsitzende der Initiative Rodachtal.

Der Vorstand erhofft sich, dass neben den eher offensichtlichen Aspekten, wie eine Verbesserung des öffentlichen Personennahverkehrs in der Region und einer Sicherung des ICE-Halts in Coburg, auch weitere positive Auswirkungen zu erwarten sind. Beispielsweise im Bereich Wirtschaft (Pendlerverflechtungen), hinsichtlich der Wohnqualität oder bei der Erreichbarkeit von Einrichtungen der Daseinsvorsorge oder Bildungsangeboten für die Bewohnerinnen und Bewohner der Region. Gleiches gilt für die Möglichkeit touristische Attraktionen besser erreichbar zu machen und das ländlich geprägte Rodachtal für überregionale Schienennetze zu erschließen.

Auf Grund der Bandbreite der Auswirkungen eines Lückenschlusses und des länderübergreifenden Charakters des Vorhabens, sieht auch Vorsitzender Martin Finzel viele Vorteile. „Die bevorstehende ergebnisoffene Klärung ist im absoluten Interesse der Menschen im Rodachtal und verdient eine genaue Betrachtung, um sich faktenbasiert einer Entscheidung annähern zu können“, so Martin Finzel.

Wichtig war den Bürgermeister*innen bei ihrer Entscheidung auch die Tatsache, dass mit einem möglichen Raumordnungsverfahren alle Aspekte, wie z.B. ein möglicher Trassenverlauf, ergebnisoffen geprüft werden und somit die Grundlage für eine fundierte Entscheidung gelegt wird. Von großer Bedeutung war weiterhin die Tatsache, dass das Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz und das Regionalisierungsgesetz, die eine Grundlage für eine Finanzierung des Ausbaus bilden, den öffentlichen Personennahverkehr und nicht den Güterverkehr unterstützt.

Vom für die Kommunen kostenneutralen Beitritt zur Interessengemeinschaft Schienenlückenschluss erwarten sich die Vorsitzenden Bardin und Finzel einen verbesserten Informationsfluss und eine Einbindung der betroffenen Kommunen in das mögliche Raumordnungsverfahren. 

Die Initiative Rodachtal e.V. ist ein seit dem Jahr 2001 bestehender Zusammenschluss von inzwischen fünf thüringischen (Eisfeld, Heldburg, Hildburghausen, Straufhain, Ummerstadt) und sechs bayerischen Städten und Gemeinden (Ahorn, Bad Rodach, Itzgrund, Seßlach, Untermerzbach, Weitramsdorf). Die Initiative Rodachtal als über 50.000 einwohnerstarkes Bündnis versteht sich als Kristallisationspunkt aller Aktivitäten, die der Erhaltung und nachhaltigen Entwicklung der natürlichen Lebensgrundlagen und der Wirtschaft ebenso wie der sozialen Entwicklung und der regionalen Identität im Rodachtal dienen.


Bildquelle: Initiative Rodachtal

Die Vorsitzenden der Initiative Rodachtal – 1. Bürgermeister Martin Finzel (Gemeinde Ahorn) und Bürgermeisterin Christine Bardin (Stadt Ummerstadt) im Coburger Bahnhof