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Triebsdorf - Finkenau

Mühle Finkenau 

Rittergut - Schloss Finkenau

Creidlitzer Straße 1

 

Der Namensursprung ist strittig. Eine Version leitet vom Vogelnamen ab, eine andere vom Personennamen. Der ursprüngliche Name Finkenmühle wird um 1800 durch die Bezeichnung Finkenau abgelöst.

Erste urkundliche Erwähnung und Blick auf die Geschichte 04.04.1418. Hans Mullner bittet um die Erlaubnis, die „Vinckenmul“ zu pachten. 1451 belenht der Abt des Klosters Saalfeld die Herren von Rosenau mit der Finkenmühle. 1507 erfolgte der Verkauf der Finkenmühle durch die Herren von Rosenau, damaliger Besitzer Ahorns, damit Trennung vom Rittergut Ahorn. 1609 kaufte Wilhelm Streitberg die Finkenmühle (Ihm zu Ehren steht ein großer Sandstein-Epitaph in der Ahorner Kirche). 1612 machte Herzog Johann Casimir die Finkenmühle zum „Allod“ (freies Eigentum). 08.09.1634 wrude die Finkenmühle – so wie Triebsdorf und Ahorn – durch kaiserliche Truppen verwüstet.

Im 18. Jahrhundert war das Rittergut, welches als Gäste u. a. die Dichter Johann Peter Uz (1756) und Jean Paul (1804) beherbergte, die im Besitz der für Coburg bedeutenden Familien Christ und Gruner. Im 19. Jahrhundert war die Finkenau wegen ihrer idyllischen Lage als Ausflugsziel, besonders unter der „Studentenschaft“ des Gymnasiums Casimiranum, sehr beliebt. Erwähnenswert – im Vergleich zu den anderen Orten der Großgemeinde Ahorn – ist der in Finkenau vorhandene Bestand an historischen Gebäuden. So finden sich das Schloß, das Brückenzollhäuschen, das „Castrum“ (ehemaliges Herrenhaus), die Mühle, das Wirtshaus und der Brunnen unterhalb der Straße nach Triebsdorf.Finkenau „pfarrte“ bis um das Jahr 1620 nach Ahorn. Durch einen Streit der Brüder von Streitberg wurde die Finkenau kirchlich von Ahorn abgetrennt und gehörte dadurch zur Pfarrei Seidmannsdorf. Der zugrundeliegende Disput von 1812 wird folgendermaßen geschildert:

„Die beyden Brüder von Streitberg kamen miteinander so in Verdruß, dass der Hiesige dem Finkenauer drohte, ihn zu erschiessen, wenn er auch in der Kirche wäre. Seines Lebens sogar in der Kirche unsicher, pfarrte sich letzterer mit seinen Leuten auf Seidmannsdorf, gab 200 fl. fränk. in dasigen Gotteskasten…“ Erst mit dem Kauf des Gutes Finkenau durch Amalie von Baumbach und den Antrag ihres Schwiegersohnes Ferdinand von Erffa wurde dieses wieder nach Ahorn eingepfarrt. Um die Mitte des 19. Jahrhunderts bestand das heutige Finkenau aus zwei unabhängigen Gemeinden, dem Rittergut und der Ortschaft selbst. Im Laufe intensiver Verhandlungen wurden diese zusammen mit Triebsdorf im Zuge des coburgischen Gemeindegesetzes 1869 mit Ahorn vereinigt.


Triebsdorf


Blick zur Veste mit Jugend- und Freizeitheim der Falken



Erste urkundliche Erwähnung und Herrschaftsverhältnisse

Erwähnt wird Triebsdorf erstmals urkundlich im Jahr 1297 als „Tribesdorf“ Der Ortsname leitet sich sehr wahrscheinlich von dem mittelhochdeutschen Wort „trip“ für die Viehweide ab, was in der Region keine Seltenheit ist.

Die erste Nennung Triebsdorfs beschreibt ein Ereignis, das für die kommenden fünf Jahrhunderte von ausschlaggebender Bedeutung sein sollte, nämlich den Verkauf des Dorfes Triebsdorf an das Kloster Langheim. Bei der Zisterzienserabtei, genauer gesagt bei ihrem Klosteramt Tambach, dem die Verwaltung der Güter oblag, blieb der Ort bis zum Anfang des 19. Jahrhunderts. Die Herrschaftsverhältnisse allerdings waren über die Jahrhunderte hinweg zweifelhaft. So stritten die Hochstifte Bamberg und Würzburg mit dem Fürstentum Coburg um den Herrschaftsanspruch, was zu Prozessen bis vor die höchsten Reichsgerichte führte.

Bis zum Ende des „Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation“ Anfang des 19. Jahrhunderts war noch kein Urteil ergangen. Damals wechselte die Herrschaft in schneller Folge: Hochstift Bamberg, Kurfürstentum Bayern, Reichsgrafschaft Ortenburg, Großherzogtum Würzburg und Königreich Bayern. Erst mit dem Staatsvertrag zwischen Bayern und Coburg von 1811 fiel Triebsdorf endgültig in das Territorium des Herzogtums Coburg.

Im Dreißigjährigen Krieg, genau am 8. September 1634, fiel der kaiserliche Oberst Schlitz mit einem Regiment Kroaten in den Itzgrund ein und verlangte die Übergabe Coburgs. Diese lehnten ab und das feindliche Heer vernichtete das Umland der Stadt. Im heutigen Gemeindegebiet wurden Ahorn, die Finkenmühle und auch Triebsdorf „theils ganz, theils bis auf wenige Häuser… in Asche“ gelegt.

Wie kam Triebsdorf nach Ahorn?

1869 wurden – in der Coburger Gebietsreform – die kleinen eigenständigen Gemeinden Finkenau und Triebsdorf in die Gemeinde Ahorn eingemeindet.